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Ressourcen schonen und Kosten senken

Die KfW belohnt Energiesparer

Wie aktuell Nachhaltigkeit gerade in der Logistik und Intralogistik ist, hat die CeMAT 2011 bewiesen, die unter dem Motto Sustainability in Intralogistics gestartet ist. Denn wer die Umwelt schont, tut nicht nur Gutes, sondern kann auch kräftig Geld sparen. Mitunter springt sogar eine finanzielle Unterstützung durch den Staat heraus.


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Von Sabine Philipp


Wo aber ansetzen? Die Liste der Möglichkeiten ist lang und es gibt es mehrere voneinander unabhängige Stränge: Der eine Faden versucht, Energie oder Rohstoffe einzusparen, ein anderer möchte die Transportwege verkürzen und wieder ein anderer die Prozesse effizienter gestalten. Dieser Beitrag stellt einige der Möglichkeiten vor und verrät am Ende, wie Sie die KfW-Mittelstandsbank bei der Umsetzung der grünen Vorhaben unterstützt.

Potenzial nach Kilometern

Wenn von grüner Logistik die Rede ist, fällt als Erstes der Gütertransport ins Auge. Hier lässt sich nicht nur durch verbrauchsärmere Fahrzeuge Treibstoff einsparen (für die es nebenbei bemerkt einen schönen KfW-Zuschuss gibt – mehr dazu weiter unten). Auch mit kleinen Tricks wie einem optimalen Reifendruck und dem passenden Motoröl kann der nächste Tankstopp etwas in die Länge gezogen werden.


Einen guten Einblick in die Materie gibt der Praxisleitfaden Grüne Logistik, den LOGIS.NET, das Kompetenzzentrum für Verkehr und Logistik der Regionalen Innovationsstrategie (RIS) Weser-Ems in der Science to Business GmbH – Hochschule Osnabrück herausgebracht hat. Dort gibt es viele weitere praktische Tipps für Logistik- bzw. Intralogistikunternehmen, z.B. zur Vermeidung von Kälteverlusten beim Be- und Entladen.


Ein weiterer Punkt, den der Ratgeber aufnimmt, ist der so genannte kombinierte Verkehr. Die Idee dahinter ist die, dass die Ladung auf mindestens zwei Verkehrsträger verladen wird, um alle Vorteile optimal zu nutzen, z.B. die Flexibilität der Lkw und den einfacheren, Kraftstoff sparenden, stau- und mautfreien Transp ort von Schiff und Schiene – ein Konzept, in dem auch Diplom-Wirtschaftsingenieur Jan Heitkötter vom Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH (BIBA)an der Universität Bremen ein großes Potenzial sieht.

Alternativen zwischenschalten

Wie der kombinierte Verkehr in der Praxis aussieht, erläutert Heitkötter in einem Beispiel: »Ein Lkw holt die Ladung vor Ort ab und transportiert sie zum Bahnhof oder Binnenhafen. Anschließend wird sie auf das andere Transportmittel verlagert, das sie in die Nähe des Bestimmungsortes bringt. Dort wird sie wieder mit dem Lkw abgeholt und an den endgültigen Platz transportiert.«


Um zu berechnen, ob dieses Modell tatsächlich Ersparnis bringt, müssen nur wenige Parameter bedacht werden. Sie bestehen hauptsächlich in den Transport- und Verladekosten auf die Schiene und wieder zurück und in den Transportkosten auf Bahn oder Schiff. »In der Regel rechnet sich der kombinierte Verkehr ab einer Distanz von etwa 400–500 km«, sagt Heitkötter, der jedoch immer wieder feststellt, dass noch viele Firmen diese Option nicht wahrnehmen. Er vermutet, dass sie den damit verbundenen organisatorischen Aufwand scheuen.

Flexibel disponieren

Eine weitere Option, Lkw-Fahrten zu vermeiden, sind Frachtbörsen wie www.svg-frachten.de (auch zu diesem Thema findet man praktische Anwendungsbeispiele im »Praxisleitfaden »Grüne Logistik«). Dabei schließen sich mehrere Unternehmen zusammen, die Waren in dieselbe Richtung verschicken möchten und deren Transporte nicht ausgelastet sind. Ziel ist es, dass statt zwei halb beladenen Fuhren nur ein voll bepackter Lkw über die Straßen fährt.


Güterverkehr vermeiden kann auch der Einsatz von Kommunikationstechnologien (IuK), wie sie z.B. beim Projekt INWEST (Intelligente Wechselbrückensteuerung, gefördert durch das BMWi) eingesetzt werden. Heitkötters Kollegen Christian Gorldt und Patrick Dittmer konnten durch den im Projekt entwickelten Ansatz so auf bestimmten Strecken bis zu 10% Verkehrsaufkommen einsparen. »Bei INWEST wird, vereinfacht gesagt, ein Ortungssystem an einem Ladungsträger wie z.B. an einem Container und Wechselbrücken angebracht. Der übermittelt dann unabhängig vom Lkw u.a., was er wohin transportiert, wie stark er ausgelastet ist und wo er sich gerade befindet«, erklärt Gorldt. Dittmer erläutert die Vorteile: »Sie wissen, wo sich der Ladungsträger aktuell befindet und können z.B. voraussehen, ob er sich durch einen Stau verspätet und entsprechend disponieren. Gleichzeitig kann das System Disponenten, die auf der Wegstrecke der Wechselbrücke liegen, darüber informieren, dass gerade eine weitere Wechselbrücke in eine bestimmte Richtung unterwegs ist und noch über freie Kapazitäten verfügt.«


Praktisch kann das so aussehen: Ein Disponent in Kassel hat eine kleine Lieferung für einen Kunden in Frankfurt und erfährt, dass sich gerade ein Lkw in seiner Umgebung befindet, der in Richtung Mainmetropole fährt und noch genug Kapazitäten für seine kleine Lieferung frei hätte. Also wird der Lkw-Fahrer darüber informiert, dass er in Kassel halten und die Ladung aufnehmen soll.

Elektro im Lagereinsatz

Auch bei der besten Planung lässt sich ein bestimmtes Verkehrsaufkommen nicht vermeiden. Um zumindest den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, wird derzeit fieberhaft an Elektro- und Hybridmotoren gearbeitet. Bis sich die Technologie jedoch flächendeckend durchgesetzt hat, wird noch einige Zeit ins Land gehen, gerade was Elektromotoren betrifft, bei denen ja die Notwendigkeit besteht, dass sie nach einer bestimmten Kilometerzahl wieder an die Steckdose müssen – ein Punkt, der sie aktuell für einen Einsatz im Fernverkehr ausschließt.


Im Lagereinsatz sind Elektro- und Hybridfahrzeuge jedoch schon längst verbreitet. Denn hier werden in der Regel nur kurze Strecken gefahren, und der Stromanschluss befindet sich in unmittelbarer Nähe. (Praktische Hinweise hierzu findet man im Praxisleitfaden »Grüne Logistik« auf Seite 40.) Aber auch beim effizientesten Gabelstapler kann noch mehr Energie eingespart werden. Nämlich indem er unnötige Fahrten ganz vermeidet.

Auf interne Abläufe ausrichten

Sven Heißmeyer vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) arbeitet mit dem Projekt ISI-WALK (Intelligente Schnittstellen In WAndlungsfähigen LieferKetten) an effizienten, einfach aufgebauten Lagern, bei denen, ganz grob gesagt, der Gabelstapler die Positionen ohne Umwege eigenständig findet und dabei Leerfahrten vermeidet.


Ein andere Sparspur, die Heißmeyer verfolgt, ist die energieeffiziente Beleuchtung. »Wir setzen vor allem auf LED-Leuchten. Nicht nur, um in ISI-WALK Informationen zu übermitteln, sondern auch, weil man viel Licht für wenig Watt bekommt.« Die Lampen haben aber noch weitere Vorteile: Sie enthalten kein Quecksilber, bilden fast das natürliche Farbspektrum nach und werden nicht mehr so schnell heiß. In früheren Jahren erreichten die LED-Lampen zwar auch höhere Temperaturen, weshalb sie oft nicht die angegebene Stundenzahl erreichten. Das lag aber häufig an einer Bauweise, bei der die Lämpchen zu dicht aneinander verbaut wurden sich deshalb gegenseitig aufheizten. Heute sind diese Kinderkrankheiten weitestgehend ausgestanden, so dass auch große Markenhersteller LEDs in Deckenlampen einsetzen. Allerdings sind Leuchtdioden aktuell noch teurer in der Anschaffung, auch wenn die Preise schon gesunken sind und wohl weiter fallen werden.


Viel Potenzial sieht Heißmeyer ferner in der Gestaltung von effizienteren Prozessen. Leider hat der Forscher die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmen ihre Abläufe nicht genau kennen und daher nicht wissen, wo sie ansetzen könnten. Aus diesem Grund rät er zu einer soliden Geschäftskostenbetrachtung.

Die Schrauben anziehen

Auf effizientere Prozesse setzt man auch bei der Logistikfabrik, einem Konzept des BIBA, bei dem es im Prinzip darum geht, die verschiedenen Elemente der logistischen Prozesskette optimal ineinander zu integrieren.


»Effizientere Prozesse führen häufig schon per se zu einem niedrigeren Energie-, Ressourcenverbrauch und oft auch Platzverbrauch«, betont Jan Heitkötter, der aktuell an einem Kennzahlensystem arbeitet, mit dessen Hilfe auch ökologische Daten erfasst werden können. Das Projekt heißt Kennzahlen grüner Logistik – Kurs auf die ökoeffiziente Logistikfabrik (KeyP green). Als besondere Herausforderung hat sich dabei die Stromverbrauchsmessung für die einzelnen Anlagenteile erwiesen. »Logistkunternehmen nutzen meist verschiedene Gebäude, die mit unterschiedlichsten technischen Anlagen ausgestattet sind. Und für die existiert meist nur ein großer Gesamtstromzähler. Aus diesem Grund ist es oft schwer, den Stromverbrauch für die einzelnen Prozesse zu berechnen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren«, erklärt Heitkötter. Um sich zumindest teilweise zu behelfen, rät er dazu, Unterstromzähler einzubauen, die den Verbrauch für einzelne Anlagenteile erfassen.


Weiteres Sparpotenzial sieht der Forscher in der Standardisierung, z.B. von Ladungsträgern wie Kartons. »Ein Prozess ist ja nichts anderes als eine wiederkehrende Aufgabe, die wird umso effizienter wird, je standardisierter sie gestaltet werden kann«, erläutert Heitkötter und fährt fort: »Wenn z.B. ein Kommissionierer immer mit der gleichen Art von Kartons hantieren kann, wird er natürlich effektiver arbeiten können, als wenn er unterschiedliche Kartons aufstellen und befüllen muss. Das Gleiche gilt natürlich auch für technische Anlagen.«


Gerade hier hätten Logistikunternehmer nach den Erfahrungen Heitkötters noch ein hohes Optimierungspotenzial, denn in der Regel würden eben die Ladungsträger verwendet, die hereinkommen. »Hier könnte es helfen, wenn man branchenübergreifend feste Kartongrößen festlegen würde«, rät Heitkötter. Mit der Europalette sei ja schon bereits ein Standard geschaffen worden, der sich durchgesetzt habe. Aber auch in Fragen der Kartongrößen sind Einigungen über Unternehmensgrenzen hinweg auch schon heute möglich. Heitkötter kennt einige Fälle, in denen sich die Unternehmen einfach untereinander abgesprochen und ihre Ladungsträger vereinheitlicht haben. Ein Gespräch mit dem Zulieferer kann sich also lohnen. Und lohnen kann es sich auch, die Planungszeiträume zu überdenken.


Größer denken, langfristig denken

»In der Logistik wird in der Regel so kalkuliert, dass sich Investitionen in effiziente Technik innerhalb von ein, zwei Jahren amortisieren müssen«, erläutert Heitkötter. »Neuartige effiziente Technologien amortisieren sich aber nicht unbedingt innerhalb dieses Zeitraums. Hier könnte ein Ansatz darin bestehen, einmal längerfristig zu denken.«


Diese Denkweise setzt sich nach den Erfahrungen Heitkötters besonders in kleinen und mittleren Unternehmen durch, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass solche Firmen besonders von den Programmen der KfW-Mittelstandsbank gefördert werden. Neben Zuschüssen für Nutzfahrzeuge vergibt die KfW z.B. Gelder für Energieeffizienzberatungen, und für die anschließende Renovierung gibt es günstige Kredite – sofern der Energiespareffekt im Vordergrund steht.

Fuhrpark fördern lassen

Wer sich ein umweltfreundliches Nutzfahrzeug mit mindestens 12 t Gesamtgewicht für den Güterkraftverkehr zulegen möchte, das die derzeit besten Umweltstandards EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) oder Euronbsp;VI erreicht, kann sich über einen Zuschuss freuen; je nach Unternehmensgröße und Schadstoffklasse kann dieser um die 1000 oder 2000 Euro liegen. Neben Spediteuren und Logistikunternehmen im Güterkraftverkehr werden auch Fahrzeughalter und Unternehmen gefördert, die Güter auf eigene Rechnung transportieren, etwa Einzelhändler und allgemeine Großhandelsunternehmen. Das Programm hat die Nummer 426 (weitere Informationen zu Konditionen und Anträgen finden Sie auf der KfW-Übersichtsseite.


Aber nicht nur für die Straße gibt es Zuschüsse. Die KfW hilft auch, wenn Berater Optimierungsmöglichkeiten im Unternehmen finden.

Energieberater zahlt die KfW

In punkto Energieeffizienzberatung können Unternehmen zwischen zwei Optionen wählen: der Initialberatung und Detailuntersuchung.


  • Bei der ein- bis zweitägigen Initialberatung werden mithilfe von vorhandenen Daten und einer Betriebsbesichtigung energetische Schwachstellen entdeckt und Verbesserungsvorschläge gemacht. Die KfW übernimmt hier bis zu 80 % des maximal förderungsfähigen Tageshonorars von 800 Euro.
  • Die Detailuntersuchung erstellt eine vertiefende Energieanalyse und darf bis zu zehn Tage dauern. Hier fördert die KfW höchstens 60 % des maximal förderfähigen Tageshonorars von 800 Euro.


Beide Beratungen können unabhängig voneinander beantragt werden.


Um die Zuschüsse zu erhalten, muss man zunächst einen Antrag bei den Regionalpartnern der KfW-Förderbank stellen. In der Regel ist das die örtliche IHK oder HWK. Wie Sie bei dem Antrag vorgehen müssen und welche Berater Sie konsultieren dürfen, verrät die KfW auf dem EEB-Portal.


Damit man das Beste aus den Beratungen herausholt, ist es ratsam, sich schon vorher ein paar Gedanken zu machen und den Berater auf diese Schwachstellen anzuspitzen. Hilfreiche Tipps hierzu hat der Mittelstandswiki-Podcast Energieberatung für KMU parat.


Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung, die Vorschläge auch umzusetzen. Wenn Sie es aber tun, können Sie für Ihr Vorhaben mit einem vergünstigten Kredit rechnen. Die KfW hat u.a. das ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm – A mit einem Höchstbetrag von 2 Mio. Euro und das ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm – B mit einem Höchstbetrag von 10 Mio. Euro aufgelegt. Mit beiden Programmen können bis zu 100 % der Investitionen finanziert werden. Eine Übersicht über alle KfW-Programme, die Energieeffizienz und Umweltschutz im Unternehmen fördern, finden Sie auf der KfW-Übersichtsseite.



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