Auf effizientere Prozesse setzt man auch bei der Logistikfabrik, einem Konzept des BIBA, bei dem es im Prinzip darum geht, die verschiedenen Elemente der logistischen Prozesskette optimal ineinander zu integrieren.
»Effizientere Prozesse führen häufig schon per se zu einem niedrigeren Energie-, Ressourcenverbrauch und oft auch Platzverbrauch«, betont Jan Heitkötter, der aktuell an einem Kennzahlensystem arbeitet, mit dessen Hilfe auch ökologische Daten erfasst werden können. Das Projekt heißt Kennzahlen grüner Logistik – Kurs auf die ökoeffiziente Logistikfabrik (KeyP green). Als besondere Herausforderung hat sich dabei die Stromverbrauchsmessung für die einzelnen Anlagenteile erwiesen. »Logistkunternehmen nutzen meist verschiedene Gebäude, die mit unterschiedlichsten technischen Anlagen ausgestattet sind. Und für die existiert meist nur ein großer Gesamtstromzähler. Aus diesem Grund ist es oft schwer, den Stromverbrauch für die einzelnen Prozesse zu berechnen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren«, erklärt Heitkötter. Um sich zumindest teilweise zu behelfen, rät er dazu, Unterstromzähler einzubauen, die den Verbrauch für einzelne Anlagenteile erfassen.
Weiteres Sparpotenzial sieht der Forscher in der Standardisierung, z.B. von Ladungsträgern wie Kartons. »Ein Prozess ist ja nichts anderes als eine wiederkehrende Aufgabe, die wird umso effizienter wird, je standardisierter sie gestaltet werden kann«, erläutert Heitkötter und fährt fort: »Wenn z.B. ein Kommissionierer immer mit der gleichen Art von Kartons hantieren kann, wird er natürlich effektiver arbeiten können, als wenn er unterschiedliche Kartons aufstellen und befüllen muss. Das Gleiche gilt natürlich auch für technische Anlagen.«
Gerade hier hätten Logistikunternehmer nach den Erfahrungen Heitkötters noch ein hohes Optimierungspotenzial, denn in der Regel würden eben die Ladungsträger verwendet, die hereinkommen. »Hier könnte es helfen, wenn man branchenübergreifend feste Kartongrößen festlegen würde«, rät Heitkötter. Mit der Europalette sei ja schon bereits ein Standard geschaffen worden, der sich durchgesetzt habe. Aber auch in Fragen der Kartongrößen sind Einigungen über Unternehmensgrenzen hinweg auch schon heute möglich. Heitkötter kennt einige Fälle, in denen sich die Unternehmen einfach untereinander abgesprochen und ihre Ladungsträger vereinheitlicht haben. Ein Gespräch mit dem Zulieferer kann sich also lohnen. Und lohnen kann es sich auch, die Planungszeiträume zu überdenken.