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Starre Strukturen aufbrechen

Der Verknüpfung von Intra- und Produktionslogistik kommt in den Unternehmen eine immer größere Bedeutung zu. Was ist dabei zu beachten? Worin liegen die Vorteile?

15.03.2016

Vernetzung

Starre Strukturen aufbrechen

Hohe Leistung, niedrige Kosten – genauer gesagt: Hohe Termintreue, kurze Durchlaufzeiten, hohe Auslastung, geringe Bestände – so lautet das Dilemma der Produktionslogistik seit vielen Jahren. Jetzt kommt verschärfend hinzu, dass Kunden ihre Produkte und Services spezifischer, schneller und kostengünstiger erhalten möchten. Diese Trends wirken bis in die Produktionslogistik hinein.

"Intelligente Fabriken zeichnen sich aus durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung sowie die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen – mit darauf abgestimmten Logistiksystemen",

erklärt Prof. Raimund Klinkner, Gründer des Münchner Institutes for Manufacturing Excellence (IMX) und Vorsitzender des Vorstands der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V.

"Die Intralogistik spielt eine wesentliche Rolle, denn durch sie werden flexible Abläufe in Wertströmen möglich." Damit stünden tatsächlich die richtigen Teile in der richtigen Menge und Qualität in sehr kurzer Zeit an den Arbeitsplätzen zur Verfügung. Das Denken und Arbeiten in Netzwerken – unterstützt durch neue Möglichkeiten von Informationstechnologie und Kommunikation – sei die Voraussetzung für exzellente Performance in der Wirtschaft. Intralogistik ermögliche eine solche Performance.

"Historisch gewachsene Fabrikstrukturen und tradierte Planungsmethoden kollabieren unter dynamischen Restriktionen",

so Klinkner.

"Lang- und mittelfristige Planungen sind kaum möglich." Eine schlanke und gleichzeitig flexible Produktion benötige zeitnahe Transparenz zur Prozesssteuerung. Und diese Transparenz könne durch Digitalisierung verbessert werden. Denn die digitale Auswertung und Bereitstellung von Markt- und Produktinformationen in Echtzeit bringe neue Erkenntnisse, beispielsweise aus Big- Data-Auswertungen, und einen Zeitvorsprung, weil wesentliche Informationen in hoher Durchgängigkeit bis zum Shopfloor schneller bereitgestellt werden. Das prozessuale Zusammenspiel werde durch Digitalisierung spürbar verbessert, es könne deutlich flexibler agiert werden – "lean" und "flexible" verschmelzen zu "flean".

Industrie 4.0 führt bislang getrennte Funktionen zusammen

"Fertigungs- und Montagewerke sind in der heutigen Zeit immer noch stark geprägt durch starre Strukturen", sagt Johann Soder, Geschäftsführer Technik bei SEW-Eurodrive mit Sitz in Bruchsal. "Maschinen- und Montagebereiche sind durch fest verbundene Fördertechnikelemente wie zum Beispiel Rollenbahnen, Kettenförderer oder andere Transporteinrichtungen miteinander vernetzt." Dies erfordere bereits in der Planungsphase einen hohen Aufwand an Koordination, um das optimale Zusammenspiel dieser Maschinenelemente zu gewährleisten. Die Strukturen seien somit vorgegeben – wenig flexibel, aber in der Anschaffung kostengünstig.

"Auf sich verändernde Rahmenbedingungen im laufenden Produktionsbetrieb kann hier nur sehr schwer Einfluss genommen werden", so Soder. "Gleichzeitig sind solche Systeme wenig skalierbar und werden meist auf den maximal zu erwartenden Durchsatz der zu produzierenden Produkte ausgelegt." Denn bei reduzierter Auslastung würden die zur Verfügung gestellten Ressourcen nicht vollständig genutzt. Der Markt bestimme jedoch, was, wann und wie produziert wird. Die Herausforderung, die es dabei zu meistern gilt, sei: perfekt umgesetzte Lean-Prinzipien und Technologieansätze aus Industrie 4.0 zu realisieren und damit Fabriken nach der Erfolgsphilosophie "Mensch und Technik, im Arbeitsprozess intelligent miteinander kombiniert" zu schaffen.

"Das bedeutet, wertschöpfungsorientierte, verschwendungsfreie, flexible und motivierende Arbeitsabläufe zu gestalten und diese mit eingebetteten intelligenten Automatisierungslösungen bereichsübergreifend zu unterstützen", erklärt Johann Soder.

"Nach der Lean-Philosophie gilt es, Wertschöpfung und beispielsweise die Logistik als nicht wertschöpfenden Prozessschritt strikt voneinander zu trennen."

Unter den Gesichtspunkten von Industrie 4.0 würden bisher getrennte Funktionen wie Fertigung, Montage und Logistik intelligent miteinander verzahnt und so zu einem Gesamtsystem werden. Die enge Vernetzung von Industrieprozessen und modernen IT-Techniken mit dem Ziel der intelligenten Fabrik (Smart Factory) – bei dieser Produktionsphilosophie nach Industrie 4.0 verschmelzen, so Soder, künftig die reale und die virtuelle Welt miteinander. Auf diese Weise seien ganz neue Produktionsmethoden und -prozesse denkbar.

"Neu ist in diesem Ansatz, dass nicht nur Maschinen und integrierte Systeme untereinander kommunizieren, sondern im Rahmen von Industrie 4.0 alle Systeme intelligent miteinander vernetzt sind und mit den zu fertigenden Produkten echtzeitnah Informationen austauschen",

sagt Soder.

Sämtliche psb-Systemansätze integrieren die retournierten Waren in den Prozess, sodass sie unmittelbar nach der Eingangskontrolle wieder für den Versand zur Verfügung stehen, ohne dass sie in das Originalwarenlager zurückgelagert werden müssen.

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