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Gabelstapler & Zubehör

Staplerflotte schluckt jetzt 30 Prozent weniger

Die Fronius-Batterieladetechnik verbessert die Energieeffizienz beim Getränkekonzern Ottakringer.

12.04.2017

Der österreichische Getränkekonzern Ottakringer betreibt mit der Trinkservice GmbH ein eigenes Tochterunternehmen für das Fuhrparkmanagement. Im niederösterreichischen Bad Vöslau, dem Stammsitz der ebenfalls zum Konzern gehörenden Vöslauer Mineralwasser AG, hat die Fuhrparkleitung unter Bernd Jimmy Breymann eine Flotte von rund 80 elektrischen Flurförderzeugen mit neuer Batterieladetechnik von Fronius ausgestattet. Die Selectiva-Ladegeräte senken mit dem sparsamen Ri-Ladeprozess den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent und verlängern die Lebensdauer der Antriebsbatterien. Eine genaue Analyse der Ladedaten und die Umstellung auf einen Batteriepool ermöglichten weitere Einsparungen.

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Ottakringer hat eine Flotte von rund 80 elektrischen Flurförderzeugen mit neuer Batterieladetechnik von Fronius ausgestattet.

Bier, Limonade, Mineralwasser und Mischgetränke, aber auch Weine und Spirituosen: Im Sortiment der österreichischen Ottakringer Getränke AG gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Die 1837 im Wiener Vorort Ottakring gegründete Brauerei ist heute der einzige börsennotierte Getränkekonzern des Landes – und dabei immer noch mehrheitlich in Familienbesitz. Das Portfolio umfasst einige der beliebtesten nationalen Getränkemarken, darunter das traditionsreiche Ottakringer Bier sowie das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Vöslauer Mineralwasser. 2015 erzielte die Unternehmensgruppe einen Absatz von fast vier Millionen Hektolitern und einen Umsatz von 232,1 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigt der Ottakringer-Konzern an seinen verschiedenen Standorten 874 Mitarbeiter.

Um die flüssigen Köstlichkeiten zuverlässig, schnell und unversehrt in den Handel zu bringen, betreibt Ottakringer mit der Trinkservice GmbH ein eigenes Tochterunternehmen, das auf Lager- und Transportdienstleistungen spezialisiert ist. Trinkservice ist nicht nur für die Distribution, sondern auch für die innerbetriebliche Logistik der fertigen Waren verantwortlich – und das an allen Standorten des Konzerns. Besonders große Mengen fallen dabei am Stammsitz der Vöslauer Mineralwasser AG im niederösterreichischen Bad Vöslau an: Mehr als 2,2 Millionen Hektoliter Wasser hat das Unternehmen im Jahr 2015 verkauft. Abgefüllt werden diese in unterschiedliche Flaschengrößen von 0,33 bis 1,5 Liter.

Stromverbrauch der Intralogistik kontinuierlich verringern

Fronius Anwenderbericht Bild 2
Der Fuhrpark umfasst rund 80 elektrisch angetriebene Flurförderzeuge – vom Hochhubwagen bis zum Schwerlaststapler mit acht Tonnen Traglast.

Energieeffizienz ist für den gesamten Ottakringer-Konzern ein wichtiges Thema – auch bei Vöslauer: Bereits 2013 hat sich das Unternehmen für die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 entschieden, wie es mittlerweile auch durch das neue österreichische Energieeffizienzgesetz vorgeschrieben ist. Den Stromverbrauch und den CO2-Ausstoß kontinuierlich zu verringern, ist das erklärte Ziel. "Eine moderne und durchdachte Intralogistik ist ein zentraler Bestandteil dieses Plans", berichtet Bernd Jimmy Breymann, der als Fuhrparkleiter bei Trinkservice für sämtliche Standorte von Ottakringer verantwortlich ist. "Schließlich entfällt ein erheblicher Teil des Energiebedarfs auf den innerbetrieblichen Warentransport."

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Für eine hohe Verfügbarkeit der Flotte verfügen alle größeren Geräte über Wechselbatterien, die an einer zentralen Ladestation aufgeladen werden.

In Bad Vöslau betreibt Vöslauer einen Fuhrpark von rund 80 elektrisch angetriebenen Flurförderzeugen – vom Hochhubwagen bis zum Schwerlaststapler mit acht Tonnen Traglast. Die meisten davon stammen aus dem Hause Still, dem langjährigen bevorzugten Flurförderzeug-Lieferanten des Unternehmens. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Um eine hohe Verfügbarkeit der Flotte sicherzustellen, verfügen alle größeren Geräte über Wechselbatterien, die an einer zentralen Ladestation aufgeladen werden. Per Hallenkran entnehmen die Fahrer die schweren 80-Volt-Batterien aus dem Fahrzeug, bugsieren sie vorsichtig auf die Abstellfläche und tauschen sie gegen eine vollgeladene aus der Station aus. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten, danach ist der Stapler wieder einsatzbereit.

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Eine genaue Analyse der Ladedaten und die Umstellung auf einen Batteriepool ermöglichten Vöslauer weitere Einsparungen.

"Früher hatten wir hier unterschiedliche Ladegeräte von verschiedenen Herstellern – teils mit 50-Hertz-Trafotechnik, teils mit Hochfrequenz-Technologie", erzählt Breymann. Diese Lösung hatte jedoch einige Nachteile: "Die Bedienung der Geräte war unterschiedlich, genau wie die Ladezeiten. Das führte dazu, dass Batterien oftmals zu viel oder zu wenig geladen wurden." Dies hatte negative Auswirkungen auf die Leistung und Verfügbarkeit der Flurförderzeug-Flotte. Vor allem aber war der hohe Stromverbrauch der Geräte den Verantwortlichen bei Trinkservice ein Dorn im Auge. "Bei herkömmlichen Ladetechnologien kommt es oft zu einer Überladung der Batterie und damit zu einem erheblichen Energieverlust", berichtet Breymann. "Das ließ sich mit unseren Bemühungen um mehr Energieeffizienz natürlich nicht vereinbaren."

Mehr Energieeffizienz durch neuen Ladeprozess

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Die Selectiva-Ladegeräte senken mit dem Ri-Ladeprozess den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent und verlängern die Lebensdauer der Antriebsbatterien.

Breymann entschloss sich deshalb dazu, die Flotte in Bad Vöslau mit neuer, zeitgemäßer Ladetechnik auszustatten. Über eine Ausschreibung stieß man auf die Selectiva-Ladegeräte des österreichischen Herstellers Fronius: Diese verfügen mit dem Ri-Ladeprozess über ein neuartiges Verfahren, das sich dem Alter, der Temperatur und dem Ladezustand jeder Batterie individuell anpasst. "Damit erfolgt jeder Ladevorgang nach einer einzigartigen und idealen Kennlinie", erläutert Alexander Thier, Area Sales Manager bei Fronius. "Das hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen minimiert dieser Prozess den Energieverlust beim Laden und senkt damit den Stromverbrauch. Zum anderen verlängert die besonders schonende Ladung die Lebensdauer der Batterien."

Mehr als 20 Selectiva-Geräte der Leistungsklasse 16kW hat Trinkservice seit Sommer 2015 bei Vöslauer im Einsatz. Um die Bedienung zu vereinfachen und die Sicherheit in der Ladestation zu erhöhen, sind diese auf speziellen Bodensockeln montiert. "Damit lässt sich das Display besser ablesen, und die Ladekabel können optimal verstaut werden", erklärt Thier. Darüber hinaus sind die Geräte mit einem externen Start/Stopp-Mechanismus ausgestattet. Dieses optional erhältliche Feature verhindert mit einem Pilotkontakt im Ladestecker eine Funkenbildung, falls ein Mitarbeiter einen Ladevorgang durch Ziehen des Steckers vorzeitig abbricht. "Die Gefahr einer Explosion durch beim Laden entstehendes Knallgas ist damit ausgeschlossen", verdeutlicht Thier.

Analyse zeigt weitere Einsparpotenziale auf

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Per Hallenkran entnehmen die Fahrer die schweren 80-Volt-Batterien aus dem Fahrzeug, bugsieren sie vorsichtig auf die Abstellfläche…

Nachdem die Ladegeräte einige Monate in Betrieb waren, statteten die Fronius-Experten Vöslauer einen erneuten Besuch ab – diesmal mit dem Ziel, die gesammelten Ladedaten zu analysieren und gegebenenfalls weitere Optimierungen anzustoßen. Die Selectiva-Geräte sind dazu mit einer USB-Schnittstelle ausgerüstet, über die sich die vergangenen Ladezyklen einfach und detailliert auslesen lassen. Mit dem Analyse-Tool I-SPoT Viewer hat Fronius zudem eine Lösung entwickelt, diese Daten zu analysieren und zusätzliche Einsparpotenziale aufzuzeigen. "Die Auswertung bei Vöslauer ergab, dass sich die Ladezeiten der Geräte problemlos verlängern ließen", schildert Thier. "Die Batterien werden dadurch noch schonender und energieeffizienter geladen – das führt zu einer weiteren Senkung der Betriebskosten."

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…und tauschen sie gegen eine vollgeladene aus der Station aus.

Fronius hat in Zusammenarbeit mit der Fuhrparkleitung weitere Einsparungspotenziale evaluiert. Ergebnis war, die bisherige fixe Zuordnung von Batterien und Ladegeräten durch einen variablen Batteriepool zu ersetzen. "Früher hatte jeder Akku sein festes Gerät", erinnert sich Breymann. "Das war auch notwendig, denn es war ja nicht jedes Ladegerät mit jeder Batterie kompatibel." Mit der Chaos-Pool-Lösung ist das anders: Die Selectiva-Geräte laden flexibel unterschiedliche Batterien mit verschiedenen Spannungen und Kapazitäten. Ein Display zeigt dem Benutzer minutengenau an, wie lange die angehängte Batterie bereits vollgeladen ist. Der Staplerfahrer kann damit ganz einfach die am längsten geladene und damit kühlste Batterie auswählen. "Zum einen erhöht das die Lebensdauer der Akkus zusätzlich. Zum anderen konnten wir durch die Umstellung auf den Pool mehrere Wechselbatterien einsparen", freut sich Breymann. Schließlich sind die Ladungsträger mit Stückpreisen bis zu mehreren Tausend Euro ein erheblicher Kostenfaktor.

Pilotprojekt, das Schule machen soll

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V.r.n.l.: Bernd Jimmy Breymann, Roland Schier und Alexander Thier (alle Fotos: Fronius International GmbH)

Der Einsatz der Fronius-Technologie hat sich für Vöslauer bereits bezahlt gemacht: Der Stromverbrauch für das Laden der Antriebsbatterien ist im Vergleich mit den bisher verwendeten Geräten um bis zu 30 Prozent gesunken. Auch die CO2-Emissionen sind durch die sparsamere Ladung deutlich geringer – "ein wichtiger Schritt für die kontinuierliche Verbesserung unserer Energieeffizienz", betont Breymann. Die Brauchbarkeitsdauer der teuren Batterien wird durch den schonenden Ladevorgang entscheidend verlängert. Die Anschaffungskosten für die Geräte haben sich somit in kürzester Zeit amortisiert. Für Trinkservice ist die Anlage in Bad Vöslau ein Pilotprojekt – und zwar eines, das Schule machen soll: "Unsere Erfahrungen mit den Fronius-Ladegeräten sind so positiv ausgefallen, dass wir diese künftig auch an anderen Standorten des Ottakringer-Konzerns einsetzen möchten", erklärt der Fuhrparkleiter zufrieden.

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