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CeMAT 2020, 20. - 24. April
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Blockchain

Sicher verfolgt: Bringt Blockchain den logistischen Überblick?

Der Blockchain-Hype macht vor keiner Branche und keinem Geschäftsbereich Halt. Immer mehr Unternehmen springen auf den Zug auf und suchen nach Mehrwertchancen. Hat die Technologie auch das Potenzial, die Logistik zu revolutionieren?

01.03.2018
Blockchain

Sie ist so eine Art neuer Star am IT-Himmel: die Blockchain. Das Prinzip verteilter, kryptografisch verketteter Datenbanken machte sie zunächst zur idealen technischen Basis für Kryptowährungen wie Bitcoin. Inzwischen verspricht der Ansatz auch für die Logistik vielfältige Möglichkeiten. Manche sprechen sogar von einer digitalen Revolution für den Warentransport.

Transparenz schafft Effizienz

Die Vorteile der Blockchain für die Logistik lassen sich einfach zusammenfassen: mehr Sicherheit und eine bessere Nachverfolgbarkeit von Transporten. Aber wie funktioniert das? Stellen Sie sich ein digitales Geschäftsbuch vor, in dem alle Transaktionen verzeichnet und verschlüsselte gespeichert werden. Anstatt das Buch aber an einem zentralen Ort zu hinterlegen, werden viele Kopien davon angefertigt und diese dezentral bei allen am Vorgang Beteiligten gespeichert. Diese Kopien sind synchronisiert: Wird eine geändert, ändern sich auch die anderen. So können Daten weder gelöscht noch bearbeitet werden, ohne dass es jeder Beteiligte bemerkt. Das System ist sicher gegen Manipulation.

Damit ergeben sich viele Anwendungsbereiche in der Logistik: Zum einen kann die Bewegung von Objekten lückenlos aufgezeichnet werden – es ist jederzeit verlässlich klar, wo sich die Ware aktuell befindet. Zum anderen erleichtert Blockchain das Dokumentenmanagement, da jedes Mitglied der Kette Zugriff auf relevante Dokumente hat. Zahlreiche bislang papierbasierte Prozesse lassen sich so digitalisieren und effizienter aufsetzen. Gerade im Warentransport macht sich das deutlich bemerkbar, fallen hier doch noch immer unzählige Papierdokumente an, die etliche Male zwischen den Parteien hin- und hergeschickt werden. Das verursacht immense Kosten und lange Wartezeiten, die sich mit einer Blockchain-Anwendung erheblich senken lassen.

Unternehmen buhlen um Marktführung

Besonders IBM forscht intensiv an einer solchen Lösung. In Zusammenarbeit mit Maersk gibt es bereits einen ersten Pilotversuch , um die notwendigen Papiere durch Blockchains zu ersetzen. Die Ziele: Alle Akteure sollen in Echtzeit die Lieferkette nachverfolgen können, der Dokumentenversand soll digital automatisiert und damit Betrug und Fehler reduziert werden. Entstanden ist eine Plattform, mit der sich IBM an der Spitze der Entwicklung positionieren möchte. Maersk ist nur einer von vielen Kooperationspartnern, die an der Weiterentwicklung dieser Plattform mithelfen.

Es gibt aber auch zahlreiche Startups, die an ähnlichen Projekten arbeiten. CargoChain oder Everledger arbeiten derzeit an Programmen, die ebenfalls Blockchain für den Handel nutzen. Auch für andere Anwendungsbereiche drängen immer mehr Unternehmen auf den Markt. Wer sich langfristig durchsetzen wird, muss die Zeit zeigen. Fest steht jedoch: Logistikprofis sollten die Entwicklungen unbedingt im Blick behalten.

Dass die Revolution nicht von einem Tag auf den anderen geschieht, zeigen einige Probleme , die es noch zu bewältigen gilt. Eines ist der enorme Energieverbrauch aufgrund der notwendigen Rechnerkapazitäten. Außerdem geht es auch um Fragen zum Datenschutz, da bei innerbetrieblichen Blockchain-Systemen die Teilnehmer nicht anonym sind, wie bei Open-Source-Modellen. Dennoch lässt sich das beträchtliche Potenzial der Technologie nicht leugnen – die logistischen Weichen für Blockchain sind bereits gestellt.

Auf der CeMAT wird das Thema Blockchain am 25. April (15.00 Uhr bis 17.00 Uhr) im Rahmen des Logistics 4.0 – Forums in der Halle 19/20 behandelt.

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