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Transportlogistik

Nachhaltig die letzte Meile meistern

Spätestens seit dem Boom des E-Commerce ist jeder Haushalt ein Warenempfänger. Die Folge: Unzählige Lieferdienste verstopfen die Innenstädte. Welche Lösung gewinnt den Endspurt auf der letzten Meile?

12.03.2018
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Von der Bestellung bis zur Auslieferung legt ein Paket eine beachtliche Strecke zurück. Doch die größte Herausforderung ist die letzte Meile. Kleine Liefermengen zu vielen einzelnen Auslieferungsorten transportieren: Das ist selbst bei guter Tourenplanung kostenintensiv und aufwendig. Noch dazu ist der Empfänger häufig nicht zu Hause – das Spiel wiederholt sich.

Die Paketdienstleister stehen vor einem wirtschaftlichen Problem – die Innenstädte vor einem Verkehrsinfarkt. Zustellfahrzeuge verursachen rund 80 Prozent der innerstädtischen Staus , blockieren Fahrspuren und belasten die Umwelt. Durch die starke Zunahme des E-Commerce geraten die Lieferdienste an ihre Grenzen. 2016 wurden in Deutschland erstmals mehr als drei Milliarden Pakete transportiert. Bis 2021 wird eine Zunahme von 30 Prozent vorhergesagt. Wie kann die Branche dieses Paketaufkommen bewältigen?

Lieferung wird elektronisch

Lösungsansätze gehen in zwei unterschiedliche Richtungen – je nachdem, ob die Ware zum Kunden gebracht wird oder der Kunde sich zur Ware bewegt. Im ersten Fall geht es vor allem um die Optimierung der Transportwege durch Flexibilisierung der letzten Meile : Big Data wird genutzt, um Lieferprozesse vorausschauend zu planen und besser auf die Kunden einzugehen. Die Analysen errechnen auf die Stunde genau den Liefertermin, der dem Kunden im Vorfeld mitgeteilt wird. So können auch Wunschtermine optimal berücksichtigt werden.

Eine ökologische Alternative zu Lieferfahrzeugen sind Mikrodepots und E-Bikes , die bereits in mehreren Städten getestet werden. An zentralen Standorten werden die Mikrodepots aufgestellt, wo sich Paketzusteller per Lastenräder oder Sackkarren die Pakete holen und ausliefern. Der positive Nebeneffekt ist ein geringeres Verkehrsaufkommen und weniger Abgasemissionen in den Innenstädten. Umweltfreundlich und schadstoffarm ist auch die Devise bei der Deutsche Post DHL Group mit dem ambitionierten Ziel der "Null-Emission-Logistik" und dem Einsatz von Lieferfahrzeugen mit E-Mobilität.

Eine automatisierte Lösung mit Zustellrobotern testet derzeit Hermes. Die selbstfahrenden Helfer liefern Sendungen bis 15 Kilogramm direkt an die Haustüre. Der Roboter fährt in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg, erkennt Ampeln und kann Bordsteine überwinden. Damit ist er vorrangig für kurze Distanzen mit eiligen Lieferungen wie Essen oder Medikamente geeignet.

Der Lieferung per Drohne, wie sie Amazon und DHL bereits getestet haben, wird hingegen nur eine geringe Chance prognostiziert. Gerade im innerstädtischen Einsatz sind Fluggenehmigungen und Verletzungsgefahr eine große Hürde. Potenziale ergeben sich eher bei schwer zugänglichen Regionen in Gebirgen oder auf Inseln.

Smarte Lieferkonzepte für die City

Zur Vermeidung von Auslieferungsschleifen, wenn der Kunde nicht zu Hause ist, haben sich bereits Kunde-zur-Ware-Ansätze etabliert. Dazu zählen Packstationen und Paketshops . Für die Lieferdienste entfällt dadurch die Anfahrt zu vielen einzelnen Endkunden. Auch wenn einige Dienstleister gerne auf diese Lösung zurückgreifen, bevorzugen die meisten Kunden nach wie vor die Lieferung nach Hause – am liebsten zu ihrem Wunschtermin.

Aktuell ist die letzte Meile vor allem eines: ineffizient. Um dies zu ändern, sind viele Lösungsmodelle im Einsatz. Doch welches Konzept wird sich durchsetzen? Besonders vielversprechend scheint das Mikrodepotkonzept mit flexibler Zustellung. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es im urbanen Raum auf einen Logistikmix mit E-Mobilität und autonomen Zustellfahrzeugen hinauslaufen. Umsetzbar wird dies jedoch nur in der Smart City mit dem Einsatz von Big Data und einer nachhaltigen Digitalisierung der Branche.

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