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Intralogistik

Intralogistik

Türkei ist attraktiver Markt für die Intralogistik.

11.02.2016
CEMAT

Vom 17. bis zum 20. März veranstaltet die Deutsche Messe AG unter dem Dach der WIN EURASIA Automation in Istanbul die Materials Handling EURASIA. Sie ist die führende Intralogistikplattform für die Türkei sowie die angrenzenden Staaten. Zur WIN EURASIA Automation werden mehr als 1 500 Aussteller auf einer Fläche von rund 30 000 Quadratmetern erwartet.

"Die Türkei ist ein Land im Umbruch – und ein höchst spannender Markt insbesondere für die Intralogistik", sagt Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG. "Faktoren wie Innovationsgrad und Prozessoptimierung im Rahmen zunehmender Automatisierung, aber auch Umweltaspekte und Energieeffizienz spielen in der Türkei eine zunehmend wichtige Rolle." Laut Germany Trade and Invest (GTAI) möchte das Land zu einer regionalen Drehscheibe des Gütertransports aufsteigen. Mit dem Bau von multimodalen Logistikzentren wolle die Türkei ihr Angebot an modernen Transport- und Lagerdiensten weiter verbessern. Die Zentren sollen überwiegend über das Schienennetz an die See- und Flughäfen angebunden werden. Allein die türkische Staatsbahn TCDD will bis 2023 insgesamt 20 multimodale Logistikzentren im Land errichten. Die multimodalen Logistikzentren sollen das Angebot von Lager- und Transportdiensten verbessern, indem Straßen-, Schienen-, Luft- und Seewege besser miteinander vernetzt werden. In diesem Zusammenhang entstehe laut GTAI ein erheblicher Bedarf an Hebe- und Ladeausrüstungen. Die Logistikzentren sind in der Regel per Straße und/oder Schiene an See- oder Flughäfen angebunden und verfügen über großzügige Flächen für Lager sowie diverse Ein- und Ausladevorgänge. Außerdem werden Sonderzonen für Gefahrengüter, Zoll, Reparatur- und Wartungsdienste sowie soziale Einrichtungen bereitgestellt. Durch die 20 Logistikzentren werden 27 Millionen Tonnen zusätzliche Gütertransport- und neun Millionen Quadratmeter weitere Lagerkapazitäten entstehen, so die Staatsbahn TCDD. Die Wertschöpfung soll um rund 40 Milliarden US-Dollar steigen. Die Logistikzentren könnten darüber hinaus 10 000 neue Arbeitsplätze im Land schaffen.

Interessante Projekte werden umgesetzt

"Wir beobachten eine dynamische Nachfrage nach Geräten mit elektromoto-rischen Antrieben bei gleichzeitigem Rückgang verbrennungsmotorischer Antriebe", erklärt Frank Müller, Vice President Sales CEE & Dealer Business der STILL GmbH Hamburg. "So setzt beispielsweise Starwood, ein führender türkischer Produzent von Span- und MDF-Platten, am Produktionsstandort Inegül jetzt durchgehend auf eine Flotte mit E-Staplern in einem bislang von V-Staplern dominierten Arbeitsumfeld." Konkret kommen hier sieben Tonnen starke RX-60-Stapler und R-07-Elektroschlepper zum Einsatz, die täglich bis zu 4 500 Tonnen Holz bewegen. Und auch die Sensibilität für die Betriebskosten steigt. "In diesen Zusammenhang gehört auch eine signifikante Zunahme des Mietgeschäfts, das wir verzeichnen können", sagt Müller. "Hinzu kommt, dass immer mehr türkische Kunden über einzelne Geräte hinaus eine ganzheitliche Analyse und prozessübergreifende Intralogistiklösungen nachfragen." Die Berater von STILL wurden bei Starwood zum Beispiel bereits in die strategische Planung der Material- und Informationsflussprozesse einbezogen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der auch die Themen IT und Automatisierung umfasst, bilde hier einen wichtigen Differenzierungsfaktor.

"Die großen technischen Themen im türkischen Markt sind aus unserer Sicht derzeit Horizontal-Kommissionierer mit Ergonomiehub und Vertikal-Kommissionierung mit einer Hubhöhe von bis zu 9 500 Millimetern in großen Logistikumschlagzentren im Bereich Kontraktlogistik", sagt Wilfried Baur, Managing Director bei Jungheinrich Türkei in Istanbul. "Des Weiteren sind dies Flottenmanagement-Systeme wie ISM Online zur Analyse und Optimierung von Gabelstaplerflotten." Hier sei der modulare Aufbau von ISM Online von besonderer Bedeutung, da sich das System exakt auf die Anforderungen des Kunden anpassen lasse. Neu auf dem türkischen Markt ist das Angebot von Jungheinrich über "4.Sterne Gebrauchtstapler". "Die Jungheinrich JungSTARs stehen für Präzisionsarbeit", sagt Baur. "Bei der technischen Aufarbeitung genauso wie bei der schnellen Bereitstellung des passenden Gebrauchtstaplers für jeden Einsatzfall bei unseren Kunden." Der Vorteil für die Kunden: professionelle Aufarbeitung gepaart mit der Kompetenz einer Herstellers. Denn alle Gebrauchtstapler werden gemäß eines 4-Sterne-Qualitätsstandards aufgearbeitet und zusammen mit einer Gewährleistung an die Jungheinrich-Kunden übergeben.

Weitere Unternehmen haben in letzter Zeit spannende Projekte in der Türkei gestartet. So hat zum Beispiel der türkische Speiseeishersteller Sanset den Intralogistikanbieter SSI Schäfer mit der Errichtung und Ausstattung eines vollautomatischen Tiefkühllagers bei -28 Grad Celsius beauftragt. Als Generalunternehmer für das Logistikprojekt erstellt SSI Schäfer am Sanset-Produktionsstandort Kirklareli ein viergassiges Hochregal-Kanallager mit mehr als 11 000 Palettenstellplätzen nebst der erforderlichen Fördertechnik. Und TGW hat gerade nach der erfolgreichen Realisierung der ersten DeFacto-Anlage in der Türkei im Jahr 2013 einen Erweiterungsauftrag in Cerkezkoy erhalten. Das Ergebnis soll laut TGW die größte Intralogistikanlage für direktes Kartonhandling und automatisierte Logistik für Textilwaren der Türkei sein, um das B2B- und B2C-Business der türkischen Fashion-Marke zu unterstützen.

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