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CeMAT 2018, 23. - 27. April
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Handel und E-Commerce

Effiziente Logistik für E-Commerce und Omnichannel

Automatisierungstrends bei Kommissionierung und Retouren-Management

13.04.2018

Für das Jahr 2017 rechnet der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) mit deutlich mehr als 3,3 Mrd. beförderten Sendungen – das entspricht einem Anstieg des Paketvolumens im Vergleich zum Vorjahr zwischen 8 und 10 Prozent. Der wesentliche Grund ist das enorme Wachstum im E-Commerce, denn immer weniger Käufer finden hierzulande den Weg in die Filiale, sondern bestellen immer mehr Waren online. Dabei kauft der Kunde weniger, dafür aber häufiger. Diese Trends haben Auswirkungen auf die Logistik: immer kleinere Einheiten müssen mit höherer Dynamik und Komplexität an die Endkunden geliefert werden. Dazu kommt das Handling der Retouren, die schnellstmöglich wieder zur Verfügung stehen müssen. Im Branchendurchschnitt liegt die Rücksendequote zwischen 40 und 50 Prozent. Ein weiterer Trend sind die vom Kunden erwarteten kurzen Lieferzeiten. Entsprechend schnell muss der Auftrag im Logistikzentrum bearbeitet werden, um auch späte Bestellungen nach 16 Uhr noch am gleichen Tag versenden zu können.

Sollen aus einem Logistikzentrum heraus sowohl Filialen als auch Endkunden beliefert werden, geht der Trend zu immer flexibleren Automatisierungslösungen für den innerbetrieblichen Transport, die Lagerung und die Kommissionierung beziehungsweise das Retourenmanagement.

Eine in puncto Kapazität und Leistungsfähigkeit flexibel auslegbare Lösung für die Lagerung von Liegewaren in Behältern oder Kartons sind kompakte Kleinteilelager, die von Einebenen- oder Mehrebenen-Shuttles bedient werden. Die Kapazität dieser Anlagen kann sowohl über die Anzahl der eingesetzten Shuttlefahrzeuge als auch die Zahl der Gassen flexibel skaliert werden. Zur CeMAT 2018 präsentieren zum Beispiel SSI Schäfer und die österreichische Knapp AG neue Shuttle-Modelle, die in Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit neue Standards setzen. Am Stand von Vanderlande und Toyota wird ein Ware-zum-Mensch-Auftragsbearbeitungssystem gezeigt, das ebenfalls Shuttles zur Ein- und Auslagerung von Produkten nutzt.

Eine für die Kommissionierung aber auch für das Retourenmanagement immer beliebtere Lösung kommt aus dem Bereich der Hängefördertechnik: Mit Taschensortern lassen sich leichtere Güter mit hohem Durchsatz transportieren, dynamisch puffern und sequenzieren. Die flurfreie Fördertechnik, an der Taschen oder Hängewaren befestigt werden können, erzielt Durchsätze von bis zu 10.000 Ladungsträgern pro Stunde. Neuheiten aus diesem Bereich sind bei SSI Schäfer und Vanderlande/Toyota zu sehen.

Ein weiterer Trend sind kleine fahrerlose Transportfahrzeuge für den Transport von Behältern und Kartons, die mit einem Aufsatz auch für Hängeware geeignet sind. Diese innerbetrieblichen Transportsysteme sind flexibel einsetzbar, skalierbar und auch ohne aufwendige Installationen am Boden realisierbar. In diesem Bereich gibt es zahlreiche Anbieter wie Bito, Grenzebach, Kuka/Swisslog, SSI Schäfer, Torwegge, Toyota und andere.

Immer mehr erobern aber auch Kommissionierroboter den Markt, wie die Erfolgsgeschichte des Münchner Start-ups Magazino zeigt. Aber auch Traditionsunternehmen aus der Intralogistikbranche wie Vanderlande und viastore bieten hier flexible und einfach implementierbare Lösungen für die Kommissionierung von Kartons und Behältern sowie auch Einzelstücken und anderen Gebinden an.

Herausforderung Omnichannel

Beim Omnichannel-Geschäft gehen Bestellungen über den Onlineshop, per App, über Dispo-Aufträge von Filialen oder von Vertriebsmitarbeitern über das ERP-System ein. Auch der Kundenservice und das Retourenhandling laufen online ab. Logistisch ist es nicht ohne weiteres möglich, aus einem Zentrallager aus dem bisher einige hundert Filialen mit Produkten versorgt wurden, Aufträge für den Direktversand zu kommissionieren und Pakete zu versenden. Zu viele Parameter sind dabei zu unterschiedlich, wie etwa Auftragsanzahl, Auftragsstruktur (Position, Stück), Auftragseingang, Stück- statt Gebindekommissionierung sowie die Größe der Versandeinheiten (Paletten, Rollwagen vs. Pakete, Päckchen, Tüten). Um langfristig die Logistik für alle Kanäle wirtschaftlich abzubilden, ist ein integriertes Omni-Channel-Distributionszentrum die Lösung.

Für eine rationelle Bearbeitung der Waren ist neben einer leistungsstarken Lager-, Kommissionier- und Sortiertechnik die Software entscheidend. Die Lager- und Materialfluss-Software muss die eingehenden Bestellungen, die über die unterschiedlichen Kanäle eingehen, organisieren, priorisieren, steuern und verarbeiten. Darüber hinaus managt sie auch Lagertechnik wie Shuttles, Regalbediengeräte, Fördertechnik, Sorter sowie andere mechanische Komponenten. Zudem steuert und visualisiert sie komplexe Materialfluss-Systeme.

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