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Industrie 4.0

Das smarte Geheimnis von Big Data

Ohne Big Data läuft praktisch nichts mehr in der Logistik. Die richtige Auswertung großer Datenströme entscheidet künftig über Erfolg und Misserfolg. Allerdings: "Big" allein reicht nicht mehr. Stattdessen sollten die Daten "Smart" sein. Was bedeutet das?

23.10.2015
RFID_Transport_Smart Data

Hinter dem simplen Begriff "Big Data" stecken hochkomplexe Prozesse: Es geht um Methoden und Technologien, die riesige Datenmengen in nützliches Wissen verwandeln. Dafür müssen Informationen erfasst, gespeichert und analysiert werden. Und vor allem gilt es, die Ergebnisse anschließend leicht verständlich darzustellen und nutzbar zu machen. Denn nur wer die Daten versteht, erzielt damit Mehrwert. Smart Data wird zum Wettbewerbsvorteil.

Was bedeutet das für den Logistikbereich?

Die Vernetzung der gesamten Transportkette ist eine wichtige Grundlage für die vollautomatisierte Wertschöpfungskette der Industrie 4.0. Für Sascha Schmel , Geschäftsführer des Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik im VDMA, sind daher intelligente Systeme das Zukunftsthema.

"Eine weitere Vernetzung und Automatisierung wird die Prozesse sowie die zugehörigen Arbeitsfelder nachhaltig verändern."

Die Wirtschaftsberatung KPMG geht davon aus, dass etwa 60 Prozent aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette in das Thema Big Data einsteigen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. In einer Untersuchung der Analysten von PwC gaben lediglich 35 Prozent der befragten Unternehmensleiter aus dem Bereich Transport und Logistik an, dass ihre IT bereits auf die aktuellen Entwicklungen eingestellt ist. Dementsprechend haben 43 Prozent der Befragten Bedenken hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der technologische Entwicklungen voranschreiten. Dabei ist die Entwicklung kaum noch aufzuhalten.

Vernetzt vom Rohmaterial bis zum Kunden

Verkehrsmanagementsysteme nutzen bereits heute Crowdsourcing-Daten von Navigationsgeräten und Smartphones, um das Verkehrsaufkommen zu steuern. Davon profitieren vernetzte Smart Trucks, die ihre Routenpläne in Echtzeit an die Verkehrslage anpassen und gleichzeitig eine möglichst effiziente Auslastung berechnen. Und das ist erst der Anfang. Im Mai erhielt der Lkw-Spezialist Daimler Trucks die weltweit erste Straßenzulassung für einen autonom fahrenden Lkw.

Gunter Van Deun ist Produktmanager bei dem Intralogistikspezialisten Egemin . Er erklärt: "Die Anforderungen an die Logistik steigen kontinuierlich. Deshalb müssen Automatisierungslösungen für die Intralogistik nicht nur zu 100 Prozent den Materialfluss des Kunden abbilden, sondern auch so flexibel wie möglich sein. Nur so bleiben die Systeme zukunftsfähig." Daher lässt Egemin seine fahrerlosen und vernetzten Transportsysteme im Testzentrum spezielle Szenarien simulieren, die dem logistischen Materialfluss des Kunden genau nachempfunden sind. Erst so lassen sich die Fahrzeuge optimal auf die benötigten Anforderungen abstimmen.

Aber nicht nur die Fahrzeuge liefern und nutzen smarte Daten, auch die Ware selbst trägt zum System bei: Mit der RFID-Technologie lassen sich vollautomatisch Positionsdaten, die aktuelle Temperatur oder auch Lieferfristen erfassen. Warenbewegungen lassen sich so beispielsweise beim Be- und Entladen automatisch, berührungslos und ohne zusätzlichen Personalaufwand aufzeichnen und für das Warenwirtschaftssystem erfassen.

Auch die richtige Zuordnung der Fracht zu dem jeweiligen Fahrzeug kontrolliert die IT anhand der Chips. Landet eine Palette auf einem falschen Lkw, meldet das System den Irrtum sofort. Das senkt die Fehlerquote im Versand praktisch auf Null. Während der Fahrt überwacht der vernetzte Lkw den Zustand der geladenen Ware und informiert jederzeit über die aktuelle Position.

Herausforderung Analyse

Zusammen mit den intelligenten Produktionssystemen der Industrie 4.0 entsteht so ein sich selbst organisierendes, dynamisches Wertschöpfungsnetzwerk. Die Herausforderung für die Logistikdienstleister besteht darin, sich in diese riesigen Datenströme adäquat einzuklinken, um die 4.0-Unternehmen optimal nach Bedarf beliefern zu können. Das allerdings ist nicht ganz einfach. Denn je mehr Daten, desto mehr Fehlerquellen gibt es auch. "Wenn zehn Informationen aus Umweltsensoren mit zehn Informationen aus dem Verkehrsaufkommen verknüpft werden, resultieren am Ende nicht 20 neue Datensätze, sondern 100 neuen Informationen, die wiederum neu interpretiert werden können", erklärt Thomas Dapp , Analyst im Team von Deutsche Bank Research und Spezialist für Digitale Ökonomie. "Damit steigen die Komplexität sowie die Anforderungen an den neu entstandenen Datensatz stark an, mit der impliziten Gefahr, aus der zugrundeliegenden Analyse Muster erkennen zu wollen, die gar nicht existieren."

Anfällig für Störungen

Möglichst niedrige Lagerbestände und damit sinkende Bestands- und Zeitpuffer machen die Supply Chain aber auch anfälliger für Störungen. Bei Staus oder technischen Störungen – und damit nicht bereitgestellten Waren – sind dann manuelle Korrekturen in den Lieferketten notwendig. Das kann problematisch sein: Die manuellen Eingriffe bringen das komplex auf einander abgestimmte System meistens nur noch weiter aus dem Takt.

Die Big-Data-Plattform "ProveIT" soll dieses Problem lösen . Tritt eine Störung auf, könnten Mitarbeiter die hochvernetzten Logistiksysteme risikofrei anpassen. Dazu bezieht die Plattform alle relevanten Daten aus der gesamten vernetzten Wertschöpfungs- und Lieferkette. und kombiniert sie mit Absatzprognosen der Produkte. Gleichzeitig identifiziert das System die richtigen Stellschrauben, um bereits gestörte Transportnetzwerke möglichst schnell in den Soll-Zustand zurückzuführen.

Ob die Plattform die aufkommenden Probleme der riesigen Datenströme und deren intelligenter Auswertung lösen kann, entscheidet sich vermutlich im Herbst 2016. Dann soll die Lösung starten.

Schon vorher erfahren Sie alles Wichtige rund um Smart Data in der Logistik – auf der CeMAT vom 31. Mai bis 3. Juni 2016.

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