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3 Fragen an ...

Prof. Michael ten Hompel

15.10.2015
Hompel
Prof. Michael ten Hompel

1. Welche Potenziale bietet die Digitalisierung für die Intralogistik?

Intralogistik und Digitalisierung sind untrennbar miteinander verbunden. Jetzt, in der vierten industriellen Revolution, sind wir wieder ganz vorn mit dabei und realisieren das Internet der Dinge mit intelligenten Containern und Ladungsträgern oder autonomen Fahrzeugen und Staplern. Die Potenziale sind enorm, da wir es bei der Digitalisierung der Intralogistik mit hoch skalierenden Systemen zu tun haben. Wir sprechen nicht von einem Behälter, sondern von tausenden oder sogar hunderttausenden. Erste intelligente Lösungen gibt es bereits, aber wir haben die vorhandene Technologie noch lange nicht ausgereizt. In den nächsten zehn Jahren rechnen wir mit 40 Milliarden cyberphysischen Systemen. Nicht wenige davon werden in der Intralogistik eingesetzt.

2. Welche Vorzeigeprojekte gibt es?

Immer ganz vorn mit dabei sind unsere Kollegen vom KIT. Zum Beispiel kann die Fahrzeugstudie "Fifi" Gesten verstehen und folgt ihrem "Herrchen" auf dem Fuße. Oder die vielen unterschiedlichen Shuttles, die heute am Markt verfügbar sind und teilweise auch schon über Multiagentensysteme autonom gesteuert werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass autonome Fahrzeugschwärme zunehmend in die Domäne der klassischen Fördertechnik vordringen. Wir werden auf der CeMAT 2016 eine neue Generation autonomer Fahrzeuge vorstellen, die keine komplizierte Installation und Inbetriebnahme mehr erfordert.

3. Wo bestehen in der praktischen Umsetzung derzeit noch die größten Hürden?

Die Probleme liegen im Detail. Wir wissen zum Beispiel recht gut, wie wir tausend Behälter sinnvoll und energiesparend vernetzen können – bei hunderttausend Behältern in einem Lager wissen wir das noch nicht sicher. Das hat schlicht noch keiner ausprobiert und Simulationen sind da nicht immer verlässlich. Ähnlich verhält es sich mit dem Energieverbrauch. Wir haben uns daran gewöhnt, unser Smartphone alle paar Tage aufzuladen. Bei cyber-physischen Systemen versuchen wir, energieautarke Systeme zu realisieren, die ein Hunderttausendstel des Stroms brauchen und sich trotzdem vernetzen, ein E-Paper-Display ansteuern und bezahl sind.

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